Ohhh, Kurt Corbyn!

Fangesänge sind eine zweifelhafte Musikgattung. Häufig wildern sie bei alten Gassenhauern und betexten sie neu, mit allem, was in der Welt des Fans wichtig ist: Fußball, Frauen, Alkohol. Ein Thema, das in Fangesängen praktisch nie eine Rolle spielt, ist Politik. Es wäre eine echte Überraschung, sollte sich nachträglich herausstellen, dass So gehen die Gauchos auf die desolaten Arbeitsbedingungen argentinischer Farmer aufmerksam machen sollte.

Umso verwunderlicher daher, dass der Fangesang, der vergangenes Wochenende quer über das Glastonbury-Festival in England gegrölt wurde, keinem Musiker oder Fußballgott galt, sondern Jeremy Corbyn. Gesungen auf die leidgeprüfte Melodie von Seven Nation Army, schallte der Name des Labour-Chefs von der Pyramid-Stage über die Planwagen auf dem Campgelände bis zur Silent Disco. Wenn schon auf einem Floor gesungen wird, auf dem keine Musik läuft, sollte klar sein: Jeremy Corbyn ist der Rockstar von Glastonbury.

Sprung nach Deutschland: Während Corbyn der jubelnden Masse in Glastonbury zuruft, man wolle „Brücken, keine Mauern“ bauen, steigt Martin Schulz mit Sparkassenkrawatte und Bausparmentalität zu Viva la Vida von Coldplay auf die Bühne des SPD-Parteitags in Dortmund. „I used to rule the world“, singt Chris Martin da, und wer auch immer bei den Genossen die Musikauswahl trifft, scheint zumindest Sinn für Humor zu besitzen.

Für eine kurze Zeit dachten wir, Martin Schulz wäre unser Rockstar. Das war vor einem halben Jahr, als der Gottkanzler die Umfragen torpedierte und verkündet wurde, der Schulzzug habe keine Bremsen. Jetzt, drei Monate vor der Bundestagswahl, gleicht der einer verspäteten Regionalbahn mit zerkratzten Fenstern, defekter Klimaanlage und Plastikpinnchen im Mülleimer. Nicht einmal der hartgesottenste Juso könnte sich erträumen, wie Martin Schulz unter Fangesängen bei Rock am Ring von sozialer Gerechtigkeit redet, und anschließend Rammstein ankündigt. Jeremy Corbyn war vor kurzem Titelgesicht der britischen Metal-Bibel Kerrang!. Schulz erwartet man höchstens auf dem ADAC-Mitgliedermagazin.

Klar: Dass Jeremy Corbyn Rockstar-Status genießt, liegt auch an einem Mangel an Alternativen. Der Labour-Chef kämpft gegen eine Premierministerin, die so Rockstar ist wie Tante Fanny auf Melissengeist. Eine Premierministerin, die sagt, das Unanständigste, was sie je gemacht habe, sei, als Kind durch ein Weizenfeld gelaufen zu sein. Angela Merkel würde vielleicht eine ähnliche Antwort geben. Aber sie lässt sich erst gar nicht zu solchen Antworten hinreißen. Stattdessen verkündet sie, im August die Gamescom einzuweihen. „One minute I held the key, next the walls were closed on me“, würde Chris Martin dazu sagen.

Gut möglich also, dass wir den nächsten Rockstar rechts der Mitte finden. Christian Lindner etwa posiert auf Instagram mit Laserschwert und streamt live – zwar nicht aus Glastonbury, aber immerhin von seinem Balkon. Eine junge, deutsche Band als Partner zu finden, dürfte für ihn aber schwierig werden, nachdem Schwarz-Gelb in NRW die Mieten erhöht und die Uni privatisiert hat. Aber vielleicht tritt ja bald Dorothee Bär vor Helene Fischer auf. Oder Markus Söder vor Andreas Gabalier. Das wäre zwar ungefähr so Rock ’n’ Roll wie der betrunkene Onkel, der zu Born in the USA Luftgitarre spielt, um anschließend von seiner erbosten Frau zum Ausnüchtern in den familieneigenen VW-Multivan geschickt zu werden. Aber was erwartet man auch von einem Land, in dem der größte Rocksong Wind of Change ist.

Erschienen im Freitag 26/2017

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Bierbike

Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, brachte er den Ureinwohnern Messingglöckchen und bunte Mützen. Wenn heute eine westdeutsche Reisegruppe Berlin entdeckt, fährt sie mit dem Bierbike das Reichstagsufer entlang, ruft „Ker watt schön“ und nötigt den Fahrer, „mal was von Olaf Henning“ zu spielen. Bierbikes sind fahrbare Mobiltresen, eine verkümmerte Kreuzung aus Hawaiibar und Dorfkneipe. Sie verstoßen vielleicht nicht gegen die StVo, dafür aber gegen sämtliche Regeln des Anstands.

Wem das egal ist, dem bietet das Bierbike viele Vorteile: Mit zwei Promille spart man sich die leidigen Gespräche mit Touristenführern, Einheimischen oder Polizisten, kann vom Sitz aus in die Spree pinkeln und kommt in den Genuss von (mindestens) zwei Fernsehtürmen. Tipp an die Veranstalter: Wenn so viel getrunken wird, dass sich am nächsten Tag niemand mehr an die Tour erinnern kann, ist die Chance groß, dass abends wieder dieselbe Gruppe auf dem Rad sitzt. Kundenbindung und so.

Aus: Der Freitag 19/17

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Tinder-Sirenen: Erst anlocken, dann kastrieren

Immer wieder kommt es vor, dass der Wissenschaft Erstaunliches gelingt. Etwa Fotos von der Marsoberfläche oder die Erkenntnis, dass sich Hunde am Magnetfeld der Erde ausrichten, wenn sie ihr Geschäft verrichten. Dann gibt es Tage wie den Mittwoch der vergangenen Woche, an dem der US-amerikanische Studentenkreditfinanzierer LendEDU seine Tinder-Studie veröffentlichte. Tinder, das ist eine Dating-App, auf der sich karohemdtragende Studenten mit „Work hard, play hard“-Attitüde durch einfaches Wischen auf dem Smartphone zu Sex mit minifahrenden Privatstudentinnen, die „nächstes Jahr unbedingt zum Tomorrowland-Festival wollen“, verabreden (und umgekehrt). Dachte man zumindest. Denn die Studie kommt zu einer überraschenden Erkenntnis.

„Halt“, werden Sie jetzt vielleicht sagen, „was interessieren mich Studien über brunftige Millennials! Forscht lieber weiter an diesen Hunden, die ihre Haufen erdmagnetisch korrekt platzieren!“ Der oder die biologisch Interessierte ahnt jedoch, dass wir es hier mit einer Entdeckung Humboldt’schen Ausmaßes zu tun haben – einem Einblick in ein bisher unbekanntes Biotop: Weil normales Dating (Dinner, Kino, Tanzkarten) offenbar einem Großteil unserer Gesellschaft zu kompliziert geworden ist, hat sich auf Tinder eine steinzeitlich anmutende Parallelwelt entwickelt, in der datingscheue Lebewesen ihren Trieben nachgehen.

Grob lassen sich die Lebewesen der Tinderwelt in zwei Hauptarten unterteilen:

  1. Die Primaten (Homo erectus): halbstarke Vollaffen und -äffinnen, im gnadenlosen Überlebenskampf mit ihren Artgenossen, Hobbys: Reisen, Partys, Workout. Diese Primaten sind die Einzigen, die Tinder richtig verstanden haben. Und so sehen sie ihre Hauptaufgabe darin, sich in permanentem Beischlaf selbst zu erhalten.
  2. In ihrem Schatten leben laut Studie rund vier Prozent Romeos. Im Gegensatz zu den Primaten glauben diese daran, auf Tinder die wahre Liebe finden zu können. Tatsächlich taumeln sie betrunken durch die Gärten Veronas, ohne jemals den Balkon zu finden.

Der Durchbruch der Studie liegt allerdings in der Entdeckung einer dritten Spezies: der Sirenen. Sirenen sind die evolutionäre Speerspitze des Tinderversums – und zugleich seine größte Bedrohung. Denn die Forschung zeigt: Anders als Primaten ziehen Sirenen ihre Selbstbestätigung nicht aus faktischem Geschlechtsverkehr. Ihnen reicht schon die theoretische Möglichkeit dazu.

Sirenen tindern aus reinem Narzissmus, und locken wackere Primaten an – um sie dann vor dem Akt in freudscher Manier zu kastrieren. Etwa indem sie sich plötzlich nicht mehr melden oder über fehlende Bauchmuskeln, zweifelhafte Selbstdarstellung oder mangelhafte Rechtschreibung herziehen. Die Studie beziffert die Sirenenpopulation bei Tinder auf 44 Prozent. Die katastrophale Konsequenz dieser biologischen Inversion: Wohin mit all den Primaten, hunderttausenden wackerer Artgenossen, die mit der Angst leben müssen, beim nächsten Kontakt der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden? Da kann man ja gleich wieder wie früher mal ins Kino gehen und Tanzkarten verteilen!

Die Entdeckung der Tinder-Sirenen gleicht einem erdmittelalterlichen Meteoriteneinschlag. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Terra X (Die Macht der Sexmonster), Harald Lesch (Verursachen Sirenen Gravitationswellen?) und Guido Knopp (Hitlers Helfer: Nazisirenen) der Sache annehmen. Sie sehen: Auch schwachsinnige Studien können Erkenntnisse bringen. Man muss sich nur sehr, sehr viel Mühe geben.

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 14/17.

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„Diese Erregungsbereitschaft finde ich unappetitlich“ – Armin Rohde über Schauspielerei und Facebook

Manchmal wirkt es, als hätte Armin Rohde seine Herzfrequenz mit seinem Facebook-Account getaktet. An stillen Tagen sind es ein bis zwei Posts, Ruhepuls. Aber wenn es lauter wird und die Welt aus den Fugen gerät, postet er im Akkord. Während sich andere über die leere Straße vor dem Trump Tower oder Berliner Postfilialen beschweren, beginnt Rohde zu lesen. Dann teilt er politische Artikel, empfiehlt Videos und Kommentare. Der Bochumer ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die sich offen im Netz gegen rechts positionieren. In Zeiten von Trump, Pegida und AfD wird er nicht selten dafür angefeindet.

Als Armin Rohde aus der Winterkälte in das Café tritt, sieht er aus, als wolle er auf einem Fischschutzboot Walfänger jagen: dichter Bart, mittellange Haare, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Er trägt zwei Smartphones, eins in jeder Hand. Er stapelt sie auf dem Tisch, dann setzt er sich.

Herr Rohde, es ist jetzt 16 Uhr. Wie viel Zeit haben Sie heute schon auf Facebook verbracht?
Armin Rohde: 20 Minuten vielleicht.

In den letzten Wochen scheint es Ihnen Trump angetan zu haben.
Seit dieser Mann gewählt wurde, habe ich das Gefühl, in einem Paralleluniversum zu leben. Ich werde im April 62 Jahre und muss meinen Realitätssinn neu eichen.

Weil Sie nicht geglaubt haben, dass es so weit kommt?
Weil ich das Phänomen nicht begreife. Da schiebt dir einer die geladene Knarre in den Mund und sagt: „Wenn ich abdrücke, bist du tot.“ Und die Leute sagen: „Ist das geil, der sagt die Wahrheit.“

Diese Leute kommentieren auch unter Ihren Beiträgen. Es gab sogar Morddrohungen. Warum tun Sie sich das überhaupt an?
Ich habe mit Facebook angefangen, um vielleicht den ein oder anderen vor einem politischen Irrweg bewahren zu können.

Aber?
Facebook ist eine Selbstbestätigungsblase, in der wir uns vergewissern, dass wir die Klügeren sind. Wir fordern, die Welt möchte sich bitte nach unseren Sehnsüchten richten. Tut sie aber nicht.

Wieso widmen Sie dieser Selbstbestätigung dann so viel Zeit?
Das ist einfach meine Art, um meine Enttäuschung loszuwerden. Und mich zu vergewissern, dass es immer noch Leute gibt, die ähnlich denken wie ich.

Eine öffentliche Selbsttherapie?
Eher ein politisches Tagebuch.

Um Betroffenheit?
Betroffen sein hilft nicht. Robert De Niro hat über Trump gesagt, er würde ihm gern ins Gesicht schlagen. Ich kann diesen Wunsch durchaus nachvollziehen. Aber ich würde mir einen Satz wünschen, der produktiver ist.

Werden Sie altersweise oder altersradikal?
Ich bin kein Che Guevara, ich kann kein Maschinengewehr schultern. Ich bin aber auch kein Politiker.

Es scheint ja nur diese Optionen zu geben: altersweise, wie Helmut Schmidt – oder altersradikal, wie Grass oder Sloterdijk.
Sloterdijk ist ein vollkommen überschätzter Typ. Schreiben Sie das. Sloterdijk ist ein Schwätzer, ein eitler Wichtigtuer. (Es folgen diverse Schimpfworte).

Wie wollen Sie gesehen werden?
Keins von beidem. Das interessiert mich nicht. Mir ist wichtiger, dass Menschen über das nachdenken, was ich sage. Auf Brechts Grabstein steht „Er hat Vorschläge gemacht, wir haben sie angenommen.“ Den politischen und intellektuellen Horizont Brechts habe ich nicht. Aber ich würde mir wünschen, dass wenigstens ein paar sagen: „Da könnte er recht gehabt haben.“

Erleichtert oder erschwert das Internet es, Gedanken zu teilen?
Sowohl als auch. Einerseits habe ich mein Pressebüro immer in der Hosentasche. Ich muss keinen Pressetag einlegen, wenn ich irgendeinen Gedanken zur Welt loswerden muss. Das mache ich auf Facebook. Andererseits werden wir im Netz mit so vielen Gegen-, Misch- und Zwischenmeinungen konfrontiert, dass wir uns lieber wieder ratlos auf unseren alten, dummen Standpunkt zurückziehen, mit dem wir uns sicher gefühlt haben. Wir sind nicht geübt darin, andere Meinungen gelten zu lassen. Wir wollen immer noch mit dem Schwert losziehen.

Warum bekommen gerade die mit dem Schwert so viel Zuspruch?
Gegenfrage: Warum bekommen gerade solche Schreihälse so viel Forum?

Sie erreichen eine Menge Leser.
Aber diesen verstörten Persönlichkeiten kommt doch keine Wichtigkeit zu, nur weil drei Millionen Leuten ihr Facebook-Post gefällt. Denen geht es nicht um Lösungen, nur um Aufmerksamkeit. Journalisten und Politiker, die täglich damit zu tun haben, sollten diese Masche eigentlich leicht durchschauen können. Wenn ich das schon schaffe. Und ich bin kein Journalist, Politiker oder Sozialwissenschaftler. Ich habe nicht einmal Abitur.

Dabei hatten Sie als Arbeiterkind den Luxus, auf das Gymnasium zu gehen.
Mein Vater war erst unter Tage, später in einer Fabrik, dann Handwerker. Ich habe meine Eltern ihr Leben lang hart arbeiten sehen, damit sie uns vier Kinder in trockenen Tüchern hatten. Das Gymnasium wurde bei uns gehandelt wie das Ticket zur großen Welt. Aber zum Großteil war es vertane Zeit.

Wieso?
Ich war ein junger Heißsporn, ein erklärter Feind der bürgerlichen Gesellschaft. Das elterliche Zuhause war mir zu eng, die Schule sowieso. Ich hatte bei Lehrern Unterricht, die schon bei den Nazis unterrichtet haben. Wir haben die Schülerzeitung herausgegeben und waren als links verschrien, weil wir keinen Frontalunterricht mehr haben wollten. Je weniger du daran geglaubt hast, desto schlechter wurden die Noten. Letzte Konsequenz war, dass ich nach 13 Jahren ohne Abitur gegangen bin.

Was haben Sie nach der Schule gemacht?
Ich fühlte ich mich wie der Held der Arbeiterklasse – jung, allein, vom Gymnasium geschasst. Ich habe mir meine Locken mit der Nagelschere abgeschnitten und kahlköpfig wie ein buddhistischer Mönch in der Stahlfabrik geschuftet. Habe mir selbst Brandwunden zugefügt, um zu zeigen, dass ich kein Gymnasiast mehr war, sondern arbeitete und Geld verdiente.

Eine Trotzreaktion?
Hätte es damals schon Facebook und Twitter gegeben, wäre das Netz heute noch voll von Bildern von mir, mit rußigem Kahlkopf und Brandnarben an den Armen. Das war natürlich Attitüde. Aber aus Attitüde schaufelt man kein halbes Jahr lang Eisen.

Und dann sind Sie lieber Schauspieler geworden?
Ich habe schon früh im Wald mit meinem Bruder Winnetou gespielt. Aber die erste Hälfte meines Lebens habe ich gelebt wie „kurze Hose, Holzgewehr“. Als ich mit 24 an der Schauspielschule anfing, war ich von einer Naivität, die für andere schwer vorstellbar ist. Politisch bin ich erst hier in Bochum erwacht, in meiner Theaterarbeit mit Frank-Patrick Steckel. Ein sehr kluger linker Kopf.

 

Diese Leute wollen eine Diktatur, aber bitte mit viel Geld in den Taschen und Reisefreiheit.

 

 

Sie schreiben in Ihrem Buch „Größenwahn und Lampenfieber“, die Schauspielerei sei Ihre „primäre Möglichkeit, um die Welt begreifbar zu machen“. Wie viel wollen Sie denn arbeiten, um sich Phänomene wie Trump und die AfD begreifbar zu machen?
Dazu reicht der Schauspielberuf bei Weitem nicht aus – obwohl er viel mit Empathie zu tun hat. Damit, menschliches Verhalten zu begreifen. Meine Aufgabe als Schauspieler besteht darin, einen Satz so weit zu sezieren, bis ich ein genaues Empfinden dafür habe, warum er auf diese und auf keine andere Art gesagt werden muss. Diese Genauigkeit ist wahnsinnig schmerzhaft. Im Grunde sitzen Sie ständig einem Röntgengerät gegenüber.

Und das hilft dabei, einen Trump oder eine Petry zu verstehen?
Ja. Je expliziter sich jemand äußert, desto mehr Anhaltspunkte gibt er für diese Art von Analyse.

Und was sehen Sie auf deren Röntgenbildern?
Gier. Eine unfassbare Riesengier. Wenn man hört, wie sich Menschen in der AfD oder Pegida äußern, dann denkt man: Diese Leute wollen eine Diktatur, aber bitte mit viel Geld in den Taschen und Reisefreiheit.

Schauspielerei oder Facebook: Wie bekehrt man die Menschen eher?
Bekehren nicht, eher beeinflussen. Wenn ich jemanden gespielt habe, der obdachlos war, habe ich nicht einen „Penner“ gespielt. Sondern einen Menschen, der Arbeit, Familie und Sicherheit verloren hat und deswegen jetzt unter anderen Umständen lebt. Ich lache mit meinen Figuren, aber nie über sie. Ich gebe sie nicht der Lächerlichkeit preis. Ich beschütze sie.

Woher kommt diese Einstellung?
Ich hatte damals in der Schule einen guten Freund, der sich kurz vor dem Abitur das Leben genommen hat. Was ich vertrete, waren auch seine Werte. Als er damals starb, habe ich ganz naiv und post-pubertär gedacht, ich müsse seine Werte mit hochhalten. Sein ungelebtes Leben mit auf meine Schultern nehmen. Dieses Gefühl begleitet mich noch heute.

Sie haben auch einen traurig prominenten Großvater.
Mein Großvater war ein Schläger, Massenmörder, Denunziant, von der ersten Sekunde an.

Wann haben Sie davon erfahren?
Vor fünf, sechs Jahren. Das war eine Dokumentation für den WDR. Wir standen einen Vormittag im Staatsarchiv in Düsseldorf. Mir wurde eine Akte vorgelegt, auf der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ stand, und darunter der Name meines Großvaters. Da bin ich erst mal zusammengebrochen.

Wie sind Sie damit umgegangen?
Man hofft natürlich, dass der eigene Großvater kein Nazi war. Vielleicht sogar im Widerstand. Oder wenigstens nur ein harmloser Mitläufer. Aber mein Großvater war kein Mitläufer. Der war von Anfang an dabei. 1932 stand er schon mit dem Fotoapparat vor jüdischen Geschäften und hat Fotos von Kunden gemacht, um sie anschließend zu denunzieren. Da ist nichts zu verharmlosen. Nach der Aktenlage hätte er lange ins Gefängnis gemusst. Er ist aber freigesprochen worden.

Nimmt Sie das besonders in die Pflicht?
Natürlich nimmt mich das in die Pflicht. Warum sollten jemals Söhne wieder Väter haben, für die sie sich derart schämen müssen? Heute weiß ich, was meine Mama all die Jahre gequält hat.

Haben Sie nie das Verlangen, einfach klein beizugeben?
Ich glaube nicht, dass ich das kann. Das ist mein Naturell. Ich kann es mir tatsächlich nicht anders vorstellen.

Erschienen im Freitag Ausgabe 08/17 und auf freitag.de

Warum das Dschungelcamp den Shark gejumpt hat

Wenn es um Serien geht, gibt es in den US-amerikanischen Medien den Ausdruck „Jumping the Shark“ – den Hai überspringen. Er steht für den Punkt, an dem ein Format seinen kreativen Höhepunkt überschritten hat. Die Formulierung leitet sich aus der Serie Happy Days ab, deren Qualitätsverlust in dem Moment offensichtlich wurde, in dem Hauptfigur Fonzie mit Wasserskiern über einen Hai sprang. Es gibt viele Serien, in denen der Zuschauer einen exakten Punkt ausmachen kann, an dem die Sendung den Shark gejumpt hat. Etwa als Hauptcharakter Eric Forman die wilden Siebziger verließ. Oder als alle Nerds aus Big Bang Theory plötzlich Freundinnen hatten.

Das Dschungelcamp hatte seinen Shark-Moment mit dem Einzug der Kandidaten in der aktuellen Staffel. Jahrelang hatte der Zuschauer die Gewissheit, jeden Abend zwar abgenutzten, aber schadenfrohen TV-Trash serviert zu bekommen. 2017 gibt es keine Schadenfreude. Stattdessen siegt die Einsicht, dass es besser wäre, einfach ins Bett zu gehen. Das hat zwei Gründe.

Der Tarzan-Effekt

Staffel für Staffel sind die einstigen Showdinos (Costa Cordalis, Brigitte Nielsen, Rainer Langhans, Helmut Berger) Protoprominenten gewichen, die sich permanent selbst zu recyceln scheinen. In der elften Auflage sehen wir eine Gruppe, die in Realityformaten groß geworden ist: Kader Loth wurde schon vor Jahren bei Die Burg ins Badewasser gepinkelt. Florian Wess, der „Botox-Boy“, war erst Mitten im Leben und dann mit Helmut Berger zusammen. Und Sarah Joelle und Mallorca-Jens haben vor der Kamera nie etwas anderes gemacht, als Superstar, Schlagerstar oder Auswanderer zu spielen. Keine dieser Personen hat ihr Trash-Image gezwungenermaßen. Eigentlich fühlen sich hier alle pudelwohl – allen voran Alexander „Honey“ Keen, der zwar betont, er habe zwei Bachelor und könne drei Fremdsprachen, dann aber trotzdem lieber schnell damit berühmt werden will, Karies im Backenzahn der letzten Germanys-Next-Topmodel-Gewinnerin gewesen zu sein. Und der letzte noch verbliebene Erstligist, Thomas „Icke“ Häßler? Der schweigt sich aus.

Das Influencer-Diplom

Wer heute noch ins Dschungelcamp geht, geht nicht wegen der Gage von RTL. Ich bin ein Star, holt mich hier raus! hat sich längst zum Trash-Harvard entwickelt, dessen einziges Aufnahmekriterium ein unhaltbarer Drang zur Selbstvermarktung ist. Als Fallstudie reicht ein Blick auf „Honeys“ Instagram-Profil: Honey, halb nackt vor einem Spiegel. Honey, mit einem Martiniglas in der Hand in die Kamera prostend. Honey, putinesk mit wehender Mähne auf einem Pferd. „Honey“ funktioniert wie eine Markenstrategie: Aufmerksamkeit erhöhen, Likes generieren, Conversion steigern. Auf Instagram reichen ein paar tausend Follower, damit Modefirmen und Proteinshake-Companies die Bude einrennen. Vor dem Dschungel war die Marke „Honey“ gerade einmal gut genug, um Aldipullis zu verticken. Im Dschungel steigt sie auf in die Liga der Fitnessriegel und Haarpflegeprodukte.

Trashresistente Prominente, Influencer geile Werbemacher; beides führt dazu, dass es dem Dschungel an dem mangelt, was ihn mal faszinierend gemacht hat: Authentizität (oder zumindest der Anschein davon). In den ersten Staffeln hatte der Zuschauer noch das Gefühl, leidende Prominente zu sehen, die nichts sehnlicher wollen, als zurück in die Heimat zu fliegen. Jetzt sehen sie zehn Eigenmarken, die vorschriftsmäßig um PR buhlen. Statt genüsslichem Voyeurismus erlebt das Publikum eine zweiwöchige Dauerwerbesendung. Manchmal ist es besser, vom Shark gefressen zu werden.

 

Dieser Beitrag erschien im Freitag 03/17.

Nazis wegwürfeln: Wie die Spiegelbarrikade die Faschos in Dortmund blockierte

Wie ein glänzender Sisyphos sieht Artúr van Balen aus, als er den ersten aufgeblasenen Spiegelwürfel schultert. Den Gang leicht nach vorn gelehnt, trägt er den anderthalb Meter großen Folienballon Richtung Dortmunder Nordstadt. Die frühen Sonnenstrahlen brechen sich in dem Würfel und werfen helle Fresken auf die Gesichter der mitlaufenden Gruppe. Griechische Mythologie meets Bee Gees.

Auf den ersten Blick wirkt der Umzug wie ein bizarrer Zirkus. Vor allem in Dortmund – einer Stadt, die betont auf dem Boden geblieben ist, weil jahrelang zu viel unter den Teppich gekehrt wurde. Insbesondere, wenn es um Nazis ging. Heute, am vierten Juni, findet hier der bisher größte Naziaufmarsch des Jahres statt: Der „Tag der deutschen Zukunft“. Fast 1.000 Rechtsradikale werden am Ende durch die Stadtteile Dorstfeld und Huckarde laufen.

Artúr van Balen ist Teil der Künstlergruppe Tools for Action. Gemeinsam mit der Stadt wollen sie sich den Nazis kreativ in den Weg stellen. 108 Würfel aus Spiegelfolie haben sie dazu in den letzten Wochen in Workshops an Schulen und im Schauspielhaus gebaut.

Die Spiegelbarrikade am Dortmunder Hauptbahnhof
Die Figur sitzt. (Foto: Tools For Action)

Eddings in Butterkeksdosen

Die meisten Kuben wurden schon am frühen Morgen verliehen, zusammengefaltet in karierten Tragetaschen, sechs Stück pro Tasche. Dazu eine elektrische Luftpumpe und kleine Flicken. Wäre heute keine Demonstration, man könnte die Taschenträger für Stadtguerillas auf Strandurlaub halten. Das Ziel von Artúr und seinen Mitstreitern ist die „BlockaDO“-Gegenveranstaltung am Hafen. Fast 500 Demonstranten treffen sich dort, um auf die Route der Nazis zu gelangen. Für einen Moment gelingt es der Gruppe, der Polizei auszuweichen. Im Laufen ziehen Helfer die ersten Würfel aus den Taschen. Weit kommen sie allerdings nicht. Kurz vor dem Dorstfelder Bahnhof kesselt die Polizei die Nazigegner mit Pfefferspray und Schlagstock ein. Die Barrikade sitzt in der Falle, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Drei Tage zuvor geben Tools for Action im Westfalen-Kolleg ihren letzten Workshop. In der „Cafete“ breiten sie auf großen, massiven Holztischen ihre wichtigsten Materialien aus: Mylar-Isolationsfolie, Klettband, Eddings in dänischen Butterkeksdosen. Wer Profi ist, hat sich aus Folie einen Werkzeuggürtel gebastelt, mit Taschen für Cutter und Panzertape. Katherine ist eine von ihnen. Zusammen mit Artúr hat sie schon die erste Würfelaktion koordiniert. Das war zur Weltklimakonferenz in Frankreich. Dem Mutterland der Barrikade. Mit den Würfeln wollen die Künstler den Pariser Protesten nun ein Update verpassen. Sie sind angepasst an die globalisierte Welt: aufblasbar, leicht durch die Straßen zu tragen und per Post zu verschicken. Ein mobiler Protest. In Portland, New York und London war die Spiegelmauer schon. Die „Barrikade des 21. Jahrhunderts“ nennt Artúr von Balen das.

„In the battle of the spectacle, the Mirror Barricade is a tactical tool for saying NO to xenophobia and racism, and YES to imagining what else might be possible.“ – Tools for Action

Gleichzeitig stärken die Workshops die persönliche Identifikation. Um die Öffnungen der fertigen Würfel haben Schüler mit dicken Filzstiften ihre Namen geschrieben. Die globalisierte Barrikade lebt von ihren Widersprüchen. Ein Wall soll sie ein, eine Mauer auf der Marschroute der Rechtsextremen. Und trotzdem soll sie die Chance lassen, die eigenen Taten zu reflektieren. „Ein Würfelballon hat immer auch etwas Sanftes, Leichtes, Unschuldiges“, sagt Katherine. „Er nimmt dem Protest die Härte.“ In ihren Formationen verzichtet die Künstlergruppe bewusst auf militärische Beschreibungen. Die einfache Wand heißt „Kürbis“, die gestapelte „Doppelkürbis“. Laufen alle Würfel lose durch den Raum, heißt es auf dem Formationszettel „Spaghetti“.

Im Kessel vor dem Dorstfelder Bahnhof will aus den Spaghetti noch kein richtiger Kürbis werden. Weil es ohnehin seit einer halben Stunde nicht weitergeht, entschließen sich Artúr, Katherine und der Brite Dan zum spontanen Aktionstraining. Die Barrikade wird in Richtung Polizei aufgebaut. Wann der Zug weitergehen könne, will Artúr wissen. „Warum steh ich wohl hier?“, gibt ein Polizist schroff zurück. Sekunden später nimmt das Aktionstraining ein jähes Ende: Demonstranten drücken die Barrikade in die Hundertschaft, Spiegelfolie trifft auf Polizeiuniform. Würfel fliegen durch die Luft und zwischen die Bäume auf der anliegenden Rasenfläche. Mit Schlagstöcken stechen die Polizisten Löcher in die Barrikade und hämmern auf die glitzernden Fetzen ein. Nach wenigen Minuten ist das Schauspiel vorbei. Die Würfel haben die Seite gewechselt. Wie gestürzte Drachen liegen sie hinter den Linien der Polizei.

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„Die Spiegelwürfel wurden vereinzelt von linksautonomen Gewalttätern als Schutzbewaffnung eingesetzt“, twittert die Polizei Dortmund kurz darauf. Artúr van Balen kann ein wenig Enttäuschung nicht verbergen. Er habe sich mehr Aktionsvermögen erhofft, sagt er. „Wir hätten mehr Glanz machen können.“ Heike, die sich mit ihren Freundinnen morgens eine Tragetasche ausgeliehen hatte, hat zwischen den Bäumen einen kaputten Würfel gefunden und beginnt ihn vorsichtig zu flicken. Entsetzt sei sie über den Polizeieinsatz, und wütend. Weil die letzten Leute, denen der Spiegel vorgehalten worden ist, nicht die Nazis, sondern die Polizisten gewesen sind.

Als der Kessel dann endlich geöffnet wird, sammelt sich die Barrikadengruppe erneut. Dan wartet mit einem Milcheis in der Hand abseits der Polizeiwannen. „Wir mussten uns durchdrücken“, stellt er trocken fest, „wir konnten ja nicht bis zum Scheißmittagessen hier festsitzen.“ Am Nachmittag gelingt es schließlich auch Artúr, ein versöhnliches Ende zu finden. In Huckarde haben einige Studenten ihre Barrikade aufgebaut. Und so kann zumindest noch eine kleine Formation stattfinden. Von 108 Würfeln sind gerade mal 40 geblieben. Am Montag wollen sie die kaputten Reste bei der Polizei abholen. Und dann beginnt für Dan, Katherine und Artúr die Sisyphosarbeit von vorn.

Erschienen im Freitag 23/16

Melden ist Pflicht: In Shanghai können Eltern ihre Kinder verklagen

Ginge es nach Mutter, könnte ich jeden Tag zum Essen kommen. Denn Mütter beschweren sich in der Regel nicht über unangemeldeten Besuch. Dafür sind sie aber sehr penibel, wenn man zu selten kommt. In Shanghai können sie dabei nun gerichtliche Hilfe bekommen. Dort schreibt ein neues Gesetz erwachsenen Kindern vor, ihre Eltern regelmäßig zu besuchen oder sich bei ihnen zu melden.

Fühlen sich Eltern vernachlässigt, können sie ihren Nachwuchs verklagen. Im schlimmsten Fall droht der Verlust der Kreditwürdigkeit. Unachtsame Kinder riskieren also ihre finanzielle Unabhängigkeit. Sie haben schon wieder den Geburtstag ihrer Mutter vergessen? Das war’s dann wohl mit dem Traum vom Eigenheim. Was sich anhört wie Taschengeldentzug 2.0, hat indes einen ernsten Kern: Die Bevölkerung Shanghais wird immer älter. Schon jetzt sind 30 Prozent der Einwohner über 60 Jahre alt, Tendenz steigend. Zudem werden viele Familien durch Wanderarbeit auseinandergerissen. Beschwerden wegen „Vernachlässigung“ gären deshalb schon länger. Jetzt soll durch Kreditbewertungen Druck ausgeübt werden.

In the Villages wird Familie outgesourct

Überalterung und mangelnde familiäre Unterstützung sind jedoch kein rein chinesisches Problem. Tatsächlich steht der Westen vor ähnlichen Fragen. Wie sollen wir mit unseren Älteren umgehen? Unsere Musterlösung heißt: Outsourcing. Altersheime öffnen reihenweise ihre extrabreiten Glastüren. Die Kleinwagen ambulanter Pflegedienste gehören zum Stadtbild. Der chinesische Ansatz wirkt gleichermaßen absurd wie autoritär – ist unsere Alternative aber wirklich so viel besser? Wie unsere outgesourcte Pietät in Reinkultur aussieht, zeigt sich etwa in „The Villages“, einer Rentnerstadt im Rentnerstaat Florida.

Hier leben Pensionäre in einem ganzjährigen Altherrentraum. Man fährt Golfkart, geht zum Bingo und im Radio läuft Werbung für billige Viagra-Kopien. Wer alleine kommt, sucht sich schnell einen gut betuchten Partner. Die Straßen sind blitzblank, der Rasen adäquat getrimmt und ordnungsgemäß eingezäunt. Ihren zweiten Frühling im Sunshine-State verteidigen die Premiumrentner mit Schranken und Sicherheitsleuten. Gegen Kriminelle, weniger solvente Artgenossen und vor allem: gegen Kinder. Denn die plärren, lärmen und haben in der Gated Gerontokratie sowieso nichts zu suchen. In „The Villages“ würde niemand seinen Nachwuchs wegen Vernachlässigung verklagen. Die gehört hier vielmehr zum guten Ton.

Cluburlaub vs. Klagewelle

Sieht man diese Fälle als Tendenzen einer globalen Entwicklung, steuern wir also auf zwei Extreme zu: Shanghai löst das Problem mit paternalistischer Härte, im libertären Florida regelt es der entfesselte Markt. Entweder Sie lassen sich von Ihren Eltern die Kreditwürdigkeit entziehen oder nutzen ihren makellosen Schufa-Eintrag, um diese mittels eines hermetischen Club-Urlaubs im Rentnercamp ruhigzustellen.

Mutter wäre sicher mit keinem von beiden zufrieden. Denn ein vernünftiges Generationenverhältnis entwickelt sich weder durch staatlichen Zwang noch durch den Markt. In China bräuchte es deshalb keine paternalen Anweisungen, sondern staatliche Unterstützung. Und den Bewohnern von „The Villages“ würde ein Kindergarten vermutlich besser tun als ein Golfplatz. So entstünde wahrscheinlich ein Mittelweg zwischen Gerichtsprozess und Golfkart. Und jetzt rufen Sie Ihre Eltern an. Die haben bestimmt noch Essen auf dem Herd.

Zuerst erschienen auf freitag.de

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