F wie Fanmeile

Für den einen ist sie das faulige Gefühl in der Magengegend, für andere ein Traum in Schwarz-Rot-Gold: die Fanmeile. Statt immer nur über Public Viewing zu schimpfen, ist es heute mal an der Zeit, Mitleid zu zeigen. Die Fanmeile ist nämlich nur so lange ein Eldorado für Partypatrioten, wie die Sonne mitspielt. Wenn die sich am späten Nachmittag tief hinter die Leinwand neigt, ist es selbst mit deutschen Adleraugen schwer, noch irgendetwas vom Spiel zu erkennen. Beobachter werden dann Zeuge einer Choreografie, die der große Lew Iwanow nicht schöner hätte inszenieren können: erst das Bier in die linke Hand übergeben und die rechte vor das Gesicht heben. Dann wie ein moderner Ikarus die Augen zusammenkneifen, „Hääää“ blöken und im Finale genervt schmatzende Schnalzlaute ausstoßen. Dann: Resignation und verzweifelte Versuche, wenigstens dem Kommentator zu folgen. Da wird jedem Ballettkenner warm ums Herz. (freitag.de)

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