Tinder-Sirenen: Erst anlocken, dann kastrieren

Immer wieder kommt es vor, dass der Wissenschaft Erstaunliches gelingt. Etwa Fotos von der Marsoberfläche oder die Erkenntnis, dass sich Hunde am Magnetfeld der Erde ausrichten, wenn sie ihr Geschäft verrichten. Dann gibt es Tage wie den Mittwoch der vergangenen Woche, an dem der US-amerikanische Studentenkreditfinanzierer LendEDU seine Tinder-Studie veröffentlichte. Tinder, das ist eine Dating-App, auf der sich karohemdtragende Studenten mit „Work hard, play hard“-Attitüde durch einfaches Wischen auf dem Smartphone zu Sex mit minifahrenden Privatstudentinnen, die „nächstes Jahr unbedingt zum Tomorrowland-Festival wollen“, verabreden (und umgekehrt). Dachte man zumindest. Denn die Studie kommt zu einer überraschenden Erkenntnis.

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„Diese Erregungsbereitschaft finde ich unappetitlich“

Manchmal wirkt es, als hätte Armin Rohde seine Herzfrequenz mit seinem Facebook-Account getaktet. An stillen Tagen sind es ein bis zwei Posts, Ruhepuls. Aber wenn es lauter wird und die Welt aus den Fugen gerät, postet er im Akkord. Während sich andere über die leere Straße vor dem Trump Tower oder Berliner Postfilialen beschweren, beginnt Rohde zu lesen. Dann teilt er politische Artikel, empfiehlt Videos und Kommentare. Der Bochumer ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die sich offen im Netz gegen rechts positionieren. In Zeiten von Trump, Pegida und AfD wird er nicht selten dafür angefeindet.

Als Armin Rohde aus der Winterkälte in das Café tritt, sieht er aus, als wolle er auf einem Fischschutzboot Walfänger jagen: dichter Bart, mittellange Haare, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Er trägt zwei Smartphones, eins in jeder Hand. Er stapelt sie auf dem Tisch, dann setzt er sich.

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Melden ist Pflicht: In Shanghai können Eltern ihre Kinder verklagen

Ginge es nach Mutter, könnte ich jeden Tag zum Essen kommen. Denn Mütter beschweren sich in der Regel nicht über unangemeldeten Besuch. Dafür sind sie aber sehr penibel, wenn man zu selten kommt. In Shanghai können sie dabei nun gerichtliche Hilfe bekommen. Dort schreibt ein neues Gesetz erwachsenen Kindern vor, ihre Eltern regelmäßig zu besuchen […]

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Drama am Buffet: Wenn das Catering zum Klassenkampf wird

Aktionärsversammlungen sind selten ein Genuss. Die meiste Zeit sitzen die Anleger zusammengesunken in ihren Stühlen, grunzen zustimmend, schnaufen ablehnend, und warten darauf, dass das Catering beginnt. Dabei werden die besten Geschichten sowieso nicht am Rednerpult, sondern am Buffet geschrieben. Wie vor einigen Tagen bei Daimler. Dort servierte man den 5.500 Anteilseignern zu Mittag rund 12.500 […]

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