„Diese Erregungsbereitschaft finde ich unappetitlich“

Manchmal wirkt es, als hätte Armin Rohde seine Herzfrequenz mit seinem Facebook-Account getaktet. An stillen Tagen sind es ein bis zwei Posts, Ruhepuls. Aber wenn es lauter wird und die Welt aus den Fugen gerät, postet er im Akkord. Während sich andere über die leere Straße vor dem Trump Tower oder Berliner Postfilialen beschweren, beginnt Rohde zu lesen. Dann teilt er politische Artikel, empfiehlt Videos und Kommentare. Der Bochumer ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die sich offen im Netz gegen rechts positionieren. In Zeiten von Trump, Pegida und AfD wird er nicht selten dafür angefeindet.

Als Armin Rohde aus der Winterkälte in das Café tritt, sieht er aus, als wolle er auf einem Fischschutzboot Walfänger jagen: dichter Bart, mittellange Haare, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Er trägt zwei Smartphones, eins in jeder Hand. Er stapelt sie auf dem Tisch, dann setzt er sich.

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